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Hier finden Sie Krankheitsbilder, Symptome, sowie die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.

Letzte Aktualisierung: 28. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Achillessehnenruptur

Bei der Achillessehne handelt es sich um die vermeintlich stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie setzt am Tuber calcanei (=Fersenbein) an und vereinigt als Endsehne des Musculus Trizeps surae (=Wadenmuskel) die Endsehnen der drei Wadenmuskeln. Im Falle einer Achillessehnenruptur handelt es sich um eine vollständige Durchtrennung der Sehne meist in Folge direkter oder indirekter Gewalteinwirkung.

Ursachen:

Neben der Verschleiß- und Abnützungsfaktoren, die in der schlechten Durchblutung des Sehnengewebes bei zunehmenden Alter begründet liegen und den rein mechanischen Erklärungen für das Auftreten eines Achillessehnenrisses gibt es auch biologische Aspekte zu bedenken:

  • bestimmte Medikamente (z.B. Cortison) sowie verschiedene Antibiotika erhöhen das Risiko eines Risses
  • Diabetes
  • chronische Erkrankungen des Bindegewebes (Rheuma, Gicht, Autoimmunerkrankungen)
  • allgemeine Durchblutungsstörungen
  • bestimmte Infektionskrankheiten

Auch bei guter physischer Beschaffenheit kann eine Achillessehnenrutur auftreten. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Sehnenfasern im Rahmen der Aufwärmphase nicht genügend aufgewärmt wurden, oder aber wenn es infolge eines niedrigen pH-Wertes zu einer sogenannten Milchsäureermüdung kommt. In beiden Fällen wird die Achillessehne mechanisch überstrapaziert, ein Reißen wird begünstigt.

Ein Riss der Achillessehne tritt meistens spontan auf, ohne dass der Betroffene vorher Schmerzen oder anderweitige Symptome verspürt hat. In fast 90% der Fälle handelt es sich um eine Ruptur, die bei starker sportlicher Belastung der Sehne auftritt. Daher sind die meisten Betroffenen auch junge sportlich aktive Männer.

Symptome:

  • hörbarer Knall (=Peitschenhieb)
  • stechender Schmerz
  • aktive Plantarflexion unmöglich
  • Schwellung an der Rückseite des Sprunggelenks
  • eventuell Bluterguss
  • deutliche Delle spürbar

Diagnose:

  • Kneiftest (=Thompson Test)
  • Anamnese
  • Ultraschall
  • ev. MRT
  • ev. Röntgen zum Ausschluss eines knöchernen Ausrißes

Therapie:

Sind die Sehnenstümpfe nicht weit auseinander gewichen ist eine konservative Therapie mit Gips und Schuhversorgung ausreichend. Bei einer kompletten Ruptur ist eine Operation unausweichlich.

Physiotherapie:

Nach 3 Wochen Ruhigstellung im Gips empfiehlt es sich für weitere 3 Wochen einen Spezialschuh (=Walker) mit Entlastungskeilen zu verwenden, die jeweils nach 1 Woche reduziert werden. Schon während dieser Phase ist eine intensive Physiotherapie empfehlenswert um Schwellung, Dehnbarkeit der Sehne, Beweglichkeit und Belastbarkeit wieder herzustellen.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Achillodynie

Der Wadenmuskel (M. trizeps surae) besteht aus dem M. soleus und dem zweiköpfigen M. gastrocnemius. Diese drei Muskelanteile vereinigen sich im unteren Bereich zur Achillessehne, die am Fersenbein (Calcaneus) ansetzt. Sie ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Die Achillessehne überträgt die Kontraktionskraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und führt zu einer Beugung des Sprunggelenks, die für den Abdruck beim Gehen und Laufen essentiell ist.

Die Achillodynie ist eine schmerzhafte Entzündung des Sehnengleitgewebes der Achillessehne oder eine Ansatzreizung direkt am Ansatz am Fersenbein.

Ursachen:

  • verkürzte Wadenmuskulatur
  • Trainingssteigerung
  • Überpronation des Vorfußes
  • Beinachsenabweichung
  • unpassende Laufschuhe
  • mangelhaftes Aufwärmen
  • allgemeines Übertraining
  • vermehrte Tempo- bzw. Bergläufe

Symptome:

  • Dumpfe oder stechende Schmerzen (v.a. nach dem Aufstehen = Anlaufschmerz) im Bereich der Achillessehne oder am Ansatz am Fersenbein
  • Achillessehne kann verdickt, druckempfindlich und überwärmt sein
  • Krepitationszeichen: tast- manchmal auch hörbares Knirschen in der Sehne, das durch Fibrinablagerung entsteht
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks (schmerzbedingt oder durch Verkürzung der Wadenmuskulatur)

Diagnose:

  • Klinische Untersuchung durch den Arzt oder Physiotherapeuten
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): kann Verdickung und Bindegewebseinlagerung als Folge der Entzündung feststellen

Therapie:

  • im akuten Stadium: Trainingspause
  • alternativ: Radfahren, Schwimmen oder Aqua-Joggen
  • Eisanwendungen und Topfenumschläge
  • Kinesiotape
  • Absatzerhöhung
  • konsequentes Aufwärmen und Dehnen
  • exzentrisches Training der Wadenmuskulatur
  • Laufbandanalyse, geeignete Laufschuhe
  • podologische Einlagen
  • Beinachsentraining

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Arthrose

Bei der Arthrose handelt es sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, die im Gegensatz zur Arthritis nicht entzündlich ist. Sie entsteht vorwiegend durch langjährige Überbelastung und zeichnet sich durch eine progrediente Veränderung der Knorpel- und Knochenstruktur aus, die schließlich zur Gelenkdeformierung führen kann. Bevorzugt betroffen sind die Kniegelenke (Gonarthrose), die Hüftgelenke (Coxarthrose), die Fingerendgelenke (Heberden-Polyarthrose), die Fingermittelgelenke (Bouchard-Arthrose), und das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose).

Entstehung:

Mit zunehmender Abnahme der Knorpelschicht entstehen Ulzerationen in der Knorpelsubstanz, die zu einer reaktiven Proliferation des Bindegewebes führen. Der hyaline Knorpel wird fortlaufend durch Granulationsgewebe und minderwertigeren Faserknorpel ersetzt. Durch den Abbau der Knorpelsubstanz kommt es zu einer Druckerhöhung im subchondralen Knochen. Um den erhöhten Druck aufzufangen, bilden sich am Gelenkrand Osteophyten aus. Die mangelnde Belastbarkeit der Ersatzgewebe unterhält einen chronischen Entzündungsprozess, der die periartikulären Strukturen miteinbeziehen und zu residierenden Gelenkergüssen führt, die durch eine Dehnung der Gelenkkapsel zu einer Gelenkinstabilität führt.

Stadien:

  • klinisch stumme Arthrose
  • („entzündete“) aktivierte Arthrose
  • klinisch manifeste rekompensierte Arthrose

Symptome:

Frühsymptome:

  • Anlaufschmerz nach Ruhephasen
  • Beschwerden nach hoher und lang andauernder Belastung (Belastungsschmerz)

Fortgeschrittenes Stadium:

  • belastungsunabhängiger Belastungsschmerz
  • Ruheschmerz
  • Entzündungsprozesse

Diagnose:

  • Klinik
  • Röntgen
  • eventuell MRT

Therapie:

  • Physiotherapie
  • Muskelaufbau
  • Elektrotherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Ernährung
  • Operative Eingriffe (Knorpeltransplantation, Endoprothese)

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Beckenschiefstand/Beinlängendifferenz

Eine Beinlängendifferenz kann einerseits durch einen Unfall oder eine Krankheit hervorgerufen werden, angeboren anatomisch bedingt sein, oder aber es handelt sich um eine funktionelle Beinlängendifferenz, der Muskelverspannungen oder Fehlhaltungen zugrunde liegen. Da das Becken von den Beinen getragen wird, passt es sich diesem an und stellt sich bei unterschiedlicher Beinlänge schief.

Steht das Becken schief, versucht der Rücken dies auszugleichen. Die Wirbelsäule wird seitwärts gekrümmt, es entsteht eine Skoliose. Der Rücken ist in der Lage kleine Längendifferenzen auszugleichen. Ist der Längenunterschied zwischen den Beinen sehr groß, kommt es zu einer starken Skoliose, die zu schmerzhaften Kreuzschmerzen, Abnützungserscheinungen, Bandscheibenvorfälle, aber auch zu Muskelverspannungen und Kopfschmerzen führen kann.

Echte Beinlängendifferenzen sind häufig. 10% der Menschen haben Beinlängendifferenzen von über 1cm. Beinlängendifferenzen führen zu einer schrägen Kreuzbeinbasis, unabhängig von der Ursache, aber auch zu einer Iliumrotation (Beckenrotation), wodurch sich die Beinlänge ändert. Die einzige Methode um das herauszufinden ist das Röntgen. Dabei muss das Becken und die Beine im Stehen geröntgt werden. Eine Iliumdysfunktion verändert die Beinlänge (funktionelle Beinlängendifferenz) und die Stellung der Beckenkämme.

Die meisten Beinlängendifferenzen bleiben asymptomatisch, bis ein Trauma oder eine Überlastung zu einer Schmerzsymptomatik führt. Je nachdem welcher Stress auf eine Körperregion einwirkt, werden dort Schmerzen ausgelöst, wenn die Adaptationsmechanismen erschöpft sind.

Nicht korrigierte Beinlängendifferenzen führen zu myofaszialen Spannungen im gesamten Bewegungsapparat. Der lumbosakrale Übergang ist die Region in der sich die Schmerzen zuerst manifestieren, danach ist die Wirbelsäule bis zum Kopf betroffen. Eine konsequente osteopathische Behandlung muss dem Rechnung tragen und das myofasziale Gewebe entsprechend behandeln.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Bursitis trochanterica

Der Oberschenkelknochen (Femur) besitzt an der Außenseite einen großen Knochenvorsprung (Trochanter oder großer Rollhügel), über den ein starkes Stabilisierungsband (Tractus iliotibialis) läuft. Beim Gehen und Laufen schützt ein dazwischen liegender Schleimbeutel (Bursa) die beiden Strukturen davor, aneinander zu reiben.

Ist der Schleimbeutel aber entzündet (Bursitis) und angeschwollen, reibt der Tractus iliotibialis bei jedem Schritt daran. Man spürt die typischen bewegungsabhängigen Schmerzen außen an der Hüfte, besonders beim Abspreizen des Beins (Abduktion) und bei der Außenrotation der Hüfte. Dieser kann aus ins Gesäß und ins Knie ausstrahlen. Auch längerer Druck auf den Schleimbeutel wie beim Liegen auf der betroffenen Hüfte sind unangenehm und schmerzhaft.

Ursachen:

Therapie:

  • Bei akuten Beschwerden: Schonung
  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Physiotherapie
  • Bei wiederkehrenden Bursitiden -> Operation

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Letzte Aktualisierung: 28. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Coxa saltans

Coxa saltans (=schnappende Hüfte) ist eine seltene orthopädische Erkrankung der Hüfte, die vornehmlich im mittleren Lebensalter auftritt. Man unterscheidet die Coxa saltans interna und externa.

  • Interne Coxa saltans: Durch die Sehne des Psoasmuskels (=Hüftbeuger) kommt es zu einer Irritation im Bereich des Randes der Hüftpfanne oder am Kopf des Oberschenkelknochens.
  • Externe Coxa saltans: Hier entsteht die Symptomatik durch eine Sehnenplatte (=Tractus iliotibialis), der über einen Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens (=Trochanter major) springt.

Ursachen:

  • Verletzung
  • Überbelastung
  • oft aber auch ohne deutlich erkennbare Ursache

Symptome:

  • Patienten berichten über ein „Schnappen“ im Bereich der Hüfte, das spürbar, manchmal auch hörbar ist
  • Schmerzen beim Beugen und Strecken der Hüfte
  • manchmal auch Schmerzen beim Gehen

Diagnose:

  • Klinische Untersuchung: Durch Abtasten der Hüftregion kann auch eine begleitende Schleimbeutelentzündung (Bursitis trochanterica) festgestellt werden, wodurch die Hüfte auch leicht geschwollen sein kann.
  • Röntgen: Um knöcherne Veränderungen festzustellen.
  • Ultraschall: Um Weichteile (Sehne, Schleimbeutel) zu beurteilen.

Therapie:

  • Konservativ: Medikamente zur Linderung der Schmerzen, physiotherapeutische Maßnahmen (Dehnen, Beinachsentraining)
  • Operativ: Bei Therapieresistenz

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Facettengelenksyndrom

Das Facettensyndrom (Facettengelenksyndrom, Wirbelgelenkarthrose) ist eine Erkrankung der Gelenke zwischen den Wirbeln. Sie ist zusammen mit Bandscheibenschäden wahrscheinlich eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen.

Die Facettengelenke sind die Verbindungen zwischen den Wirbeln. Ist der Abstand, also die Höhe, zwischen den Wirbeln vermindert, funktioniert das Facettengelenk nicht mehr korrekt und wird fehlbelastet, woraus ein Facettensyndrom resultieren kann. Das Facettengelenk ist sehr gut mit Nerven- und Schmerzfasern versorgt, wodurch sich die Schmerzen bei Schäden am Gelenk erklären lassen.

Ursachen:

  • Degenerative Schäden der Wirbelgelenke
  • Schäden an den Bandscheiben (Höhenminderung durch Flüssigkeitsverlust)
  • Ganglien oder Zysten in der Nähe der Facettengelenke
  • Selten Tumore

Symptome:

  • Hauptsymptom ist der Schmerz: meist dumpf, ein- oder beidseitig, kann aber auch stechend und bohrend sein.
  • Morgensteifigkeit
  • Hüftbeschwerden
  • Ausstrahlungen ins Bein

Diagnose:

  • Röntgen
  • Ultraschall
  • MRT
  • CT

Therapie:

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Letzte Aktualisierung: 28. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Fersensporn

Ein Fersensporn ist ein dornartiger, knöcherner Sporn am Ansatz einer überbeanspruchten Sehne (Achillessehne) oder der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose). Man kann zwei verschiedene Formen unterscheiden:

  1. Dorsaler (oberer) Fersensporn = Haglundferse: tritt am Achillessehnenansatz auf
  2. Plantarer (unterer) Fersensporn: macht sich unterhalb der Ferse bemerkbar

Oft handelt es sich dabei um keinen echten Sporn (knöcherne Ausziehung), sondern um eine chronische Entzündung, die auch den Schleimbeutel am Fersenbein miteinbezieht. Ein am Röntgenbild sichtbarer Fersensporn tritt bei 10% der Bevölkerung auf. Meistens ist er jedoch symptomlos und ein reiner Zufallsbefund.

Entstehung:

Lang andauernde Überbelastung des Fußes, speziell der Plantaraponeurose (Plantarfaszitis) führt zu kleinen Rissen in der Sehne. Die Entzündung verursacht Schmerzen in der Ferse. Wie bei einem Knochenbruch lagert der Körper Kalk ab, um die Risse der Sehne zu heilen. Dadurch entsteht ein kleiner Auswuchs an der Ferse, der Fersensporn.

Ursache:

  • schlechtes Schuhwerk (Laufschuhe)
  • übermäßige und falsche Fußbelastung durch z.B. Knick-Senkfuß
  • langes Stehen/Gehen auf harten Böden
  • Übergewicht
  • schlechtes/fehlendes Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten
  • altersbedingte Abnahme des Fettpolsters an der Ferse

Symptome:

  • belastungsabhängige Schmerzen beim Gehen an der Fußsohle oder am Innenrand der Ferse
  • Schmerzen nach langem Sitzen (Anlaufschmerz)

Diagnose:

  • Anamnese, Palpation
  • Röntgen (zum Ausschluß eines Ermüdungsbruchs, Rheuma oder Tumor)

Therapie:

  • Einlagen
  • gutes Schuhwerk
  • Vorübergehendes Umsteigen auf Alternativsportarten (Schwimmen, Radfahren)
  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Stoßwellentherapie
  • Faszienbehandlung
  • Dehnen der Wadenmuskulatur

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Fraktur

Unter einer Fraktur versteht man eine komplette oder inkomplette Kontinuitätsunterbrechung des Knochengewebes. Sie führt zu einer Durchtrennung des Knochens unter Bildung zweier oder mehrerer Bruchstücke. An manchen Stellen, wie etwa am Oberarm, gibt es sogar „Soll-Bruchstellen“, an denen es bei Unfällen besonders häufig zu Frakturen kommt.

Brüche werden nach folgenden Kriterien differenziert:

  • begleitende Weichteilverletzung (offen oder geschlossene Frakturen)
  • Lokalisation (Schaft oder gelenknaher Anteil)
  • Frakturfragmente
  • Frakturlinie
  • Ausmaß der Fehlstellung

Frakturen bei Kindern und Jugendlichen unterscheiden sich von Frakturen bei Erwachsenen. Da das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist, knickt der Knochen von Kindern ab, ohne dass das Periost (Knochenhaut) einreißt. Man spricht dann von einer Grünholzfraktur.

Symptome: man unterscheidet sichere und unsichere Frakturzeichen

Unsichere:

  • Schmerz
  • Schwellung
  • Hämatom (Bluterguss)
  • Bewegungseinschränkung

Sichere:

  • Achsenfehlstellung des Knochens
  • Krepitation („Reibegeräusche“)
  • pathologische Beweglichkeit
  • sichtbare Knochenfragmente bei offenen Frakturen

Frakturen sind äußerst schmerzhaft, obwohl die Knochensubstanz keine Schmerzrezeptoren besitzt. Der Schmerz wird durch Nozizeptoren des Periosts und des Endosts vermittelt.

Diagnose:

  • Klinik
  • Röntgen (mehrere Ebenen)
  • CT (bei komplizierten Frakturen mit Gelenkbeteiligung)
  • MRT (bei zusätzlichen Band- oder Weichteilverletzungen)

Es gibt 3 Prinzipien nach denen Knochenbrüche behandelt werden:

  • Einrichtung (Reposition)
  • Ruhigstellung (Immobilisation, Gipsverband)
  • Druck auf die Bruchstelle (Kompression)

Viele Brüche müssen nicht operiert werden, v.a. unverschobene Brüche oder solche, die nach dem Einrichten stabil sind, also keine Tendenz zur erneuten Verschiebung (Dislokation) zeigen. Mansche Brüche müssen operiert werden, wenn:

  • sie sich mit oder ohne Einrichtung leicht wieder verschieben
  • sie nur langsam heilen. Dann kann man frühzeitiger mit physiotherapeutischer Behandlung beginnen
  • offene Brüche vorliegen

Nach Gipsabnahme und speziell nach operativer Versorgung ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung unabdingbar!

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Frozen Shoulder

Definition:

Frozen Shoulder (Kapselfibrose, adhaesive Capsulitis, Periarthritis humeroscapularis, Schultersteife) ist eine schmerzhafte zunehmende aktive und passive Bewegungseinschränkung im Glenohumeralgelenk mit Fibrosierung der Gelenkskapsel sowie fibrösen Verklebungen im subacromialen Raum.

 

Ursachen:

  • idiopathisch
  • posttraumatisch
  • postentzündlich
  • nach langer Ruhigstellung

 

Diagnose:

Am Beginn der Erkrankung stehen Schmerzen, am Ende die Beweglichkeitseinschränkung im Vordergrund. Typisches Einschränkungsmuster: Außenrotation/Abduktion/Innenrotation. Alltagsbewegungen sind nicht mehr durchführbar. Das Röntgen ist jedoch unauffällig. In der Magnetresonanztomographie (MRT) ist der Gelenkraum auf ein Minimum verkleinert.

 

Physiotherapie:

  • Mobilisierung und Aufdehnung der Gelenkskapsel (Faszientechniken, Manuelle Therapie)
  • Anleitung zur Selbstmobilisation

 

Ärztliche Therapie:

  • Analgetika
  • Aufdehnen der Kapsel durch Infiltration mit Lokalanästhetikum
  • Kapseldehnung in Vollnarkose

 

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Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Hallux valgus

Der Hallux valgus ist die häufigste Zehendeformität. Er tritt fast immer in Verbindung mit einem Spreizfuß auf. Es handelt sich um eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und einer Drehung der Zehe nach innen (Innenrotation). Betroffen sind vor allem erwachsene Frauen.

Ursachen:

  • anlagebedingte Komponente (Vererbung durch Mutter oder Vater)
  • Ungleichgewicht der Muskelzüge durch mangelndes Training der Fußmuskulatur
  • enges Schuhwerk, hohe Absätze
  • Übergewicht, sportliche Aktivitäten

Folgen:

Der große Zeh verändert seine natürliche Stellung: er winkelt sich in Richtung der anderen Zehen ab und verdrängt diese sogar häufig. Durch die Schiefstellung wölbt sich der Ballenbereich am Innenfuß vor. Es ist eine deutliche Beule zu sehen und zu tasten.

Im frühen Stadium stört das sichtbar hervorstehende Köpfchen des Mittelfußknochens an der Fußinnenseite vor allem optisch. Erst im weiteren Verlauf kommt es zu Schmerzen. Der vergrößerte Ballen drückt gegen den Schuh, die Haut und das drunterliegende Gewebe wird gereizt, Entzündung und Schwellung entstehen. Vor allem die Abrollbewegung beim Gehen ist schmerzhaft eingeschränkt.

Diagnose:

  • Stellung des Fußes und Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks
  • Schwielenbild an der Fußsohle
  • Nagel- und Hautveränderungen
  • Röntgen des belasteten und unbelasteten Fußes
  • MRT nur bei spezieller Fragestellung

Therapie:

  • flache, bequeme Schuhe
  • Physiotherapie zur Kräftigung der Fußmuskulatur („Zehengymnastik“)
  • Spiraldynamik
  • Einlagen mit Abstützung des Fußgewölbes und der Mittelfußknochen
  • Podologische Einlagen
  • Hallux valgus Schiene
  • Gehen auf Naturboden zur generellen Stimulation der Fußmuskeln
  • Operation: es gibt zahlreiche Methoden zur Korrektur, die ihnen ein Orthopäde genau erklären kann

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Hexenschuss

Unter Hexenschuss, medizinisch als Lumbago, lokales Lumbalsyndrom, Lumbalgie, LWS-Syndrom oder Ischiassyndrom bezeichnet, versteht die unmedizinische, volkstümliche Sprache einen plötzlich auftretenden, stechenden und anhaltenden Schmerz, insbesondere im Lendenwirbelbereich, mit nachfolgenden Bewegungseinschränkungen.

 

Ursache:

Als Ursache werden Quetschungen oder Einengungen des aus dem Rückenmark austretenden Ischiasnervs durch Wirbelkörper oder verspannte Muskulatur genannt. Eine ruckartige oder ungeschickte Bewegung, falsche oder überhöhte Belastungen, Verkühlungen, aber auch Unfälle können zu diesem Krankheitsbild führen. Zudem wird es durch eine unterentwickelte Rückenmuskulatur und damit einhergehende Instabilität und Überlastungen begünstigt. Durch die mechanische Nervenirritation spannt sich die Rückenmuskulatur reflektorisch an.

 

Symptome:

Die typischen Symptome sind starke Schmerzen beim Aufrichten aus einer gebeugten Haltung. Die Schmerzen sind oft positionsabhängig. Zudem kommt es zu einer Verspannung der Rückenmuskulatur und zu Bewegungseinschränkungen im Rückenbereich. Ist die Brustwirbelsäule betroffen, kann auch die Atmung beeinträchtigt sein. Der Hexenschuss ist schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Folgende Symptome weisen jedoch auf möglicherweise schwerwiegendere Ursachen hin:

  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen bzw. Stuhlgang
  • Ausstrahlen der Beschwerden in andere Körperbereiche

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Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Hüftimpingement

Das gesunde Hüftgelenk erlaubt einen weiten Bewegungsradius der Hüfte. Der Hüftkopf gleitet ohne Wiederstand in der Hüftpfanne. Ist diese Hüftbewegung durch knöcherne Fehlbildungen gestört, und der Bewegungsspielraum der Hüfte dadurch eingeschränkt, spricht man von einem Hüftimpingement (=femoroacetabulares Impingement).

In den meisten Fällen entsteht ein Hüftimpingement ohne bekannt Ursache, ist also genetisch. Sportler beanspruchen ihre Gelenke stärker als andere Menschen: deshalb werden Bewegungseinschränkungen der Hüfte bei Sportlern eher bemerkt. Beim Hüftimpingement stößt der Oberschenkelhals an die Hüftpfanne an. Das schädigt den Gelenkknorpel und kann zur Bildung von Knochenfortsätzen (Osteophyten) führen. Der Grundstein für eine Hüftarthrose ist gelegt.

Symptome:

  • im frühen Stadium nicht schmerzhaft
  • später Schmerz in der Leistengegend
  • bei endgradigen Bewegungen des Hüftgelenks spüren die Patienten den knöchernen Anschlag
  • im späten Stadium werden auch endgradige Bewegungen der Hüfte schmerzhaft

Diagnose:

  • klinische Untersuchung
  • Röntgen
  • CT
  • MRT

Therapie:

 

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Kahnbeinfraktur

Das Kahnbein (Os scaphoideum) ist der Handwurzelknochen, der am häufigsten von Frakturen betroffen ist. Frakturen anderer Handwurzelknochen sind eher selten. Ursache ist meist ein Sturz auf die (dorsalextendierte) Hand. Druckschmerz und Schwellung in der Tabatière gelten als spezifische Hinweise auf eine Kahnbeinfraktur. Der Nachweis einer Fraktur mittels bildgebender Verfahren gelingt nicht immer. Oft lässt sich die Verletzung erst 10-14 Tage nach dem Trauma röntgenologisch nachweisen (Gefahr der Nekrose von Knochenfragmenten oder die Entstehung einer Pseudarthrose).

Ärztliche Therapie:

  1. Konservativ: Unterarmgips mit Einschluss der Grundgelenke von Daumen und Zeigefinger. Da kurze Knochen langsam heilen, muss der Gips bis zu 12 Wochen getragen werden.
  2. Operativ: Bei entsprechender Indikation wird so früh wie möglich eine offene Reposition mit anschließender Zugschraubenosteosynthese durchgeführt. Postoperativ wird das Handgelenk mit einem Unterarmgips mit Daumeneinschluss für ca. 4-6 Wochen ruhig gestellt. Wichtige Gründe für ein operatives Vorgehen können sein: dislozierte Fragmente, Komplikationen bei konservativer Behandlung (Durchblutungsstörung des proximalen Fragments), Einklemmung von Weichteilen (Kapsel, Bänder) zwischen den Knochenfragmenten, Nachteile einer langen Ruhigstellung.

Physiotherapie:

Die Behandlung beginnt nach der Gipsabnahme. Die lange Ruhigstellung führt häufig zu trophischen Störungen (Durchblutungsstörungen) der Hand, sie neigt zu Schwellungen. Verkürzungen von Kapsel-Band-Strukturen reduzieren die Beweglichkeit. Betroffen sind in erster Linie das proximale Handgelenk, das Daumengrund- und Sattelgelenk und das Grundgelenk des Zeigefingers. Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit. Maßnahmen der Manuellen Therapie kommen zum Einsatz.

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Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Knorpelschaden Kniegelenk

Die Gleitflächen jedes Gelenkes sind mit hyalinem Knorpel überzogen. Dieser Knorpeltypus zeichnet sich durch eine hohe Druckbelastung, aber geringe Reißfestigkeit aus.

Ursachen: für Schäden am Knorpelbelag

  • Unfälle
  • übermäßige Beanspruchung
  • Fehlbelastung bestimmter Knorpelareale durch Achsenfehlstellung an Ober- und/oder Unterschenkel
  • Fehlstellung der Kniescheibe
  • rheumatische/entzündliche Krankheiten
  • andere Faktoren

Symptome:

  • belastungsabhängige Schmerzen, teilweise auch Ruheschmerz
  • „Bamstigkeitsgefühl“ im Kniegelenk durch einen Gelenkserguß

Diagnose:

  • MRT
  • Arthroskopie

Gradeinteilung:

  • Grad 1: Blister (Blasenbildung, Erweichung)
  • Grad 2: Teddybear (Teddybär)
  • Grad 3: Crab meat (Krabbenfleisch)
  • Grad 4: Moon (Mondlandschaft)

Therapie:

Bei jungen Patienten ist eine Operation des verletzten Knorpels empfehlenswert. Bei ausgeprägten Verletzungen kann die Bildung von Ersatzknochen durch Anbohren des Knochens an der verletzten Stelle (Pride-Bohrung) gefördert werden. Postoperativ ist eine Entlastung mit Krücken angezeigt und danach wird mittels Physiotherapie die ursprüngliche Beweglichkeit und Belastbarkeit wieder hergestellt.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder finden sich zentral im Knie und sind gemeinsam mit den Seitenbändern und den Menisken wichtige Stabilisatoren im Kniegelenk. Die Kreuzbänder führen das Gelenk während der Roll/Gleitbewegung bei Beugung uns Streckung.

Von einem Kreuzbandriss, auch Kreuzbandruptur gannant, spricht man bei einem unvollständigen (partiellen) oder vollständigen (kompletten) Riss (Ruptur) eines oder beider Kreuzbänder. In den meisten Fällen ist das vordere Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) betroffen.

Ursachen:

Besonders häufig treten solche Verletzungen (Traumata) bei sogenannten „Stop-and-Go“ Sportarten (z.B. Tennis, Squash, Badminton) und bei Mannschaftssportarten (z.B. Fußball, Football, Handball, Hockey oder Basketball) – oft auch unter Fremdeinwirkung – auf. Auch beim Skifahren, vorallem wenn der Tal-Ski nach außen dreht, der Körper aber über dem Berg-Ski fixiert bleibt, sind Rupturen des vorderen Kreuzbandes eine häufige Art der Verletzung.

 

Diagnose:

Kreuzbandrisse können anhand ihrer Symptome, der Beschreibung des Verletzungsvorganges und mit Hilfe einfacher tastender (palpatorischer) Untersuchungen relativ sicher diagnostiziert werden. Magnetresonanztomografie und Arthroskopie können die Diagnosestellung weiter absichern. Unbehandelte Kreuzbandrupturen können zu schweren degenerativen Schäden im Knie führen.

 

Therapie:

Die Therapie kann sowohl konservativ als auch chirurgisch (minimalinvasiv mittels Arthoskopie) erfolgen.

Im Rahmen einer konservativen Therapie ist eine umfassende physiotherapeutische Betreuung und ein Aufbautraining für den Heilungserfolg ausschlaggebend. Dabei wird das Augenmerk auf 2 Bereiche gelegt:

  • Kraftaufbau: Die Muskulatur im Bereich des Kniegelenks wird mit spezifischen Kräftigungsübungen gestärkt. Insbesondere die Muskeln der Oberschenkelrückseite können Aufgaben des Kreuzbandes übernehmen.
  • Propriozeptives Training: Sinnesrezeptoren in den Sehnen vermitteln unserem Gehirn Informationen über die Lage des Körpers. Das Gehirn gibt diese Informationen an die Muskulatur, welche dann die Gelenksbewegungen ausführen. Durch die Verletzung sind diese Rezeptoren beschädigt. Durch spezifisches Training können die Nerven wieder neu ausgebildet werden, um die Gelenksansteuerung wieder zu optomieren.

Im Rahmen einer operativen Versorgung (Kreuzbandoperation) wird das gerissene, nicht mehr funktionsfähige vordere Kreuzband durch ein Ersatzgewebe (Transplantat) ersetzt. Heute wird von allen Kniespezialisten der Ersatz mit einer körpereigenen Sehne empfohlen. Die Operation sollte minimal-invasiv, d.h. durch Arthoskopie erfolgen. Als Transplantat können entweder zwei Sehnen an der Innenseite des Oberschenkels (Semitendinosussehne, Grazilissehne) verwendet werden, oder ein Teil aus der Kniestrecksehne (Patellasehne).

 

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Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Läuferknie

Das Läuferknie (auch ITBS = Iliotibialbandsyndrom oder Tractussyndrom) tritt bevorzugt bei Läufern auf. Es handelt sich um eine Überbeanspruchung der Sehnenplatte (Tractus) an der Außenseite des Kniegelenks. Der Traktus iliotibialis ist eine Sehnenplatte, die sich an der Außenseite des Oberschenkels befindet und an der Außenseite des Schienbeins oberhalb des Knies ansetzt. Dort strahlt der Traktus in einige seitliche und hintere Muskelstränge des Oberschenkels ein, die wiederum am Beckenknochen ihren Ursprung haben. Da diese Muskelstränge sowohl das Hüftgelenk als auch das Kniegelenk bewegen, kann die Ursache für ein Läuferknie nicht nur im Knie, sondern auch im Hüftgelenk liegen.

Das Läuferknie entsteht wenn der Traktus iliotibialis am äußeren Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens reibt und dort zu einem Reizzustand führt. Mitbetroffen können auch der Schleimbeutel und die Knochenhaut (Periost) des Oberschenkelknochens sein. Das Läuferknie tritt bevorzugt bei Langstreckenläufern auf.

Symptome:

  • Stechende Schmerzen an der Knieaußenseite und/oder des Beckens.
  • Symptome treten zuerst nur beim Laufen auf, später auch beim Gehen.

Ursachen:

  • Einseitig schwache Rumpf- und Gesäßmuskulatur führt zum Absinken des Beckens auf der Gegenseite. Dadurch erhöht sich die Zugkraft auf den Tractus und es kommt zu vermehrtem Reiben am Knochenvorsprung.
  • O-Beine können das Phänomen verstärken.

Therapie:

  • Krafttraining von Hüft- und Rumpfmuskulatur
  • Dehnung der Hüftmuskel und eventuell des Traktus
  • Kinesiotape
  • Nicht in den Schmerz hineinlaufen!

Vorbeugung:

Für ein ausgeglichenes Training sorgen Krafttraining, Stabilisationsübungen, Dehnung und Lauf-ABC. So wird eine einseitige Beanspruchung der Muskeln vermieden.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Lumbalgie

Ursachen:

Tritt meistens nach akutem Hebetrauma auf. Reizung eines oder mehrerer Wirbelgelenke durch

  • Blockierung
  • Entzündung (aktivierte Arthrose)
  • Kälteexposition („Zug“)

Entstehung:

Die schmerzhafte Reizung der Wirbelgelenke führt zu reflektorischem Muskelspasmus und zu Bewegungseinschränkung.

Diagnose:

  • Schmerzen: lumbal mit gürtelförmiger Ausstrahlung
  • Bewegungseinschränkung mit Schonhaltung
  • Röntgen: Streckstellung der LWS
  • keine peripheren neurologischen Ausfälle

Physiotherapie:

  • im akuten Stadium: Stufenlagerung (Rückenlage mit Knie- und Hüftflexion), medikamentös (Infiltration, Analgetika, Myotonolytika)
  • im subakuten Stadium: Faszienbehandlung (FDM), Muskelaufbautraining, Reflextherapie, Kinesiotape
  • prophylaktisch: Rückenschule (richtiges Heben, Tragen, Bücken etc.), adaptierter Arbeitsplatz

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Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Meniskusriss

Beim Meniskus handelt es sich um eine halbmondförmige elastische Scheibe aus Knorpel zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Es gibt einen Innen- und Außenmeniskus. Sie sorgen für eine Stabilisierung des Kniegelenks und gleichzeitig als Puffer für eine optimale Druckverteilung zwischen den Gelenksflächen.

Meniskusriss:

Die meisten Meniskusrisse sind verschleißbedingt (degenerativ) und werden nicht durch Sport- oder sonstige Unfälle hervorgerufen. Wenn ein solcher Verschleiß vorliegt, kann schon eine einzige „falsche“ Bewegung zum Riss führen.

Symptome:

  • Stechender Schmerz an der Knieinnenseite oder Kniekehle, beim in die Hocke gehen oder im Schneidersitz
  • Schwellung (Reizerguß)
  • Einklemmungssymptomatik beim Abbeugen des Kniegelenks

Diagnose:

  • Klinische Tests durch Arzt oder Physiotherapeut
  • MRT (Magnetresonanz)

Therapie:

Ein Meniskusriss heilt nicht von selbst. Eher das Gegenteil ist der Fall, durch die tägliche Belastung kann er auch größer werden. In der Regel gibt es meistens keine Alternative zur Operation. Mittels einer Athroskopie (minimalinvasive Operation, Schlüssellochchirurgie) wird der defekte Meniskus geglättet oder repariert. Gerade beim Meniskusriss ist es wichtig frühzeitig eine exakte Diagnose zu stellen, damit sich der Riss nicht ausbreitet und somit vom wichtigen Meniskusgewebe mehr entfernt werden muß als unbedingt erforderlich. Kleine degenerative Veränderungen bzw. Einrisse, welche die Meniskusoberfläche nicht erreichen, können konservativ mittels Physiotherapie behandelt werden.

 

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Muskelfaserriss

Muskelfaserrisse betreffen mehrere Muskelfasern in einem Muskelbündel oder Muskel. Ursachen sind motorische Fehl- oder Überbelastungen, z.B. plötzliches Abbremsen im Bewegungsablauf. Der Sportler spürt einen messerstichartigen heftigen Schmerz, der mit Funktionsausfall verbunden ist und zum sofortigen Belastungsabbruch führt.

Erste Hilfe:

  • Komprimierende Verbände verhindern die zu erwartende Einblutung in die Muskulatur und das Weichteilgewebe
  • schmerzlindernde und antiphlogistische Salben
  • Lymphdrainage
  • Faszienbehandlung (FDM)

Physiotherapie:

  • Kinesiotape
  • Bei durchgehender Versorgung mit funktionellen Verbänden können aktive isometrische und konzentrische Kräftigungsübungen durchgeführt werden. Schmerzgrenze beachten!

Spezifische sportliche Aktivität kann nach ca. 14 Tagen bei dosierter Trainingsintensität wieder aufgenommen werden.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Muskelzerrung

Bei der Muskelzerrung handelt es sich um eine Verletzung mit kleinsten Muskelfaserrissen und örtlichen Einblutungen. Sie kommen durch falsche Bewegungsabläufe, bei mangelnder Koordination ausgeführte Bewegungen und durch Überbeanspruchung und Ermüdung der Muskulatur zustande. Die Schmerzen sind einschleichend oder machen sich erst nach der Belastung bemerkbar.

Erste Hilfe:

  • Kühlung während der ersten 30 Minuten
  • anschließend vorsichtige Dehnung der Muskulatur

Physiotherapie:

  • Kinesiotape
  • Lymphdrainage
  • detonisierende Elektrotherapie
  • isometrisches und leicht konzentrisches Muskeltraining
  • Dehnungen nur bis zur Schmerzgrenze

Nach optimal durchgeführter 7-10 tägiger Therapie kann wieder das sportartspezifische Training aufgenommen werden.

 

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Patellaluxation

Die Kniescheibe ist das größte menschliche Sesambein und überträgt die Kraft der vorderen Oberschenkelmuskulatur über die Kniescheibensehne (Patellasehne) auf den Unterschenkel.

Bei der Kniescheibenverrenkung/Kniescheibenluxation springt die Kniescheibe aus der vorgesehenen Gleitbahn nach außen heraus. Dabei kommt es häufig zu Verletzungen von Bändern, Knorpel und Knochen. Meist springt die verrenkte Kniescheibe von selbst wieder in das Gleitlager zurück, wenn das Knie gestreckt wird. Nach einer Luxation schwillt das Knie häufig stark an und ist schmerzhaft. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Zu einer Luxation kommt es häufig durch ein Verdrehen bei leicht gebeugtem Kniegelenk und gleichzeitiger Anspannung der Oberschenkelmuskulatur.

Ursachen:

  • X-Bein
  • fehlerhaft angelegte Kniescheibe (=Patelladesplasie)
  • fehlerhaft angelegtes Gleitlager der Kniescheibe am Oberschenkelknochen (=Trochleadysplasie)
  • lockerer Bandapparat (Hypermobilität der Patella)
  • hochstehende Kniescheibe (Patella alta)
  • Ungleichgewicht der äußeren und inneren vorderen Oberschenkelmuskulatur (=muskuläre Dysbalance)

Folgen:

Bei der ersten Kniescheibenluxation die durch einen Unfall entsteht (=traumatische Patellaluxation) zerreißt der innere Bandapparat der Kniescheibe (=mediales Retinakulum, mediales Palette-femorales Ligament, MPFL). Heilen die zerrissenen Bänder nicht zusammen, bleibt die Kniescheibe instabil. In der Folge kann die Kniescheibe auch bei alltäglichen Bewegungen ausrenken (=chronisch-rezidivierende Patellaluxation). Zudem entstehen beim Ausrenken häufig weitere Schäden an der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen.

Diagnose:

  • klinische Untersuchung
  • Röntgen
  • MRT

Therapie:

  • Muskelaufbau und Koordinationstraining um Patella zu zentrieren und stabilisieren
  • Operation: wenn größerer Knorpelschaden oder ausgeprägte Verletzung des Bandapparates vorhanden ist. Zielsetzung ist es, die ideale Anatomie wieder herzustellen. Die Reparatur des Bandapparates (MPFL-Rekonstruktion) nimmt bei der Operation die wichtigste Rolle ein.

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Letzte Aktualisierung: 02. Mai 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Plicasyndrom

Alle Gelenke des menschlichen Körpers, wie auch das Kniegelenk, werden von einer dünnen, glatten Haut (Synovialhaut) ausgekleidet. Diese produziert die Gelenkflüssigkeit, versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und vermindert die Reibung im Gelenk. Am Ende der Embryonalentwicklung bildet sich diese Membran üblicherweise vollständig zurück und ermöglicht dadurch eine größere Bewegungsfreiheit im Kniegelenk. Bei 50-70% der Erwachsenen bleibt jedoch eine Falte (=Plica) bestehen, die am Gelenkknorpel reiben kann und ihn dadurch abnützt, oder auch im Gelenk einklemmt.

Ursachen:

  • direktes Anpralltrauma
  • indirektes Distorsionstrauma (Zerrung)
  • chronische Überbelastung (Laufen, Radfahren, Stepper)

Symptome:

Viele Menschen mit einer Plica sind beschwerdefrei. Schwillt die Plica jedoch an und wird zu einem derben Bindegewebsstrang kann es zu Problemen kommen.

  • Schmerzen bei Belastung an Innen- oder Rückseite der Kniescheibe (Patella)
  • „Schnappgefühl“ im Kniegelenk in einer bestimmten Gelenksposition
  • „Blockiergefühl“ bei Streckbewegung
  • ähnliche Symptome wie bei einer Meniskusläsion

Diagnose:

  • Röntgen
  • MRT: muss nicht immer einen eindeutigen Befund ergeben
  • Arthroskopie
  • Zohlen Zeichen: kann aber auch Hinweis auf retropatellären Knorpelschaden sein

Therapie:

  • Konservativ: entzündungshemmende, medikamentöse Therapie
  • Schonung
  • Kühlung
  • Um die Gefahr des vermehrten Knorpelabriebes durch die verhärtete Plica möglichst gering zu halten, sollte bei sportlich aktiven Personen eine Operation angestrebt werden.
  • Danach: (Sport-)Physiotherapie

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Rotatorenmanschettenruptur

Als Rotatorenmanschette wird eine aus 4 Muskeln bestehende Muskelgruppe im Bereich der Schulter bezeichnet. Alle 4 Muskeln haben ihren Ursprung am Schulterblatt und umschließen mit einer gemeinsamen Sehnenkappe manschettenartig den Oberarmkopf beinahe vollständig.

Diese Muskelgruppe ist vor allem für das seitliche Anheben des Armes sowie für Drehbewegungen (Innen- und Außenrotation) des Oberamrkopfes verantwortlich. Eine intakte Rotatorenmanschette zentriert weiters den Oberarmkopf in der Schulterpfanne und trägt so zur Gelenkstabilität bei.

Ursachen:

  • Degeneration: Langjähriges Arbeiten über Kopf oder sogenannte Überkopfsportarten wie Tennis, Basketball, Handball und Golf.
  • Einengung und Schädigung der Sehnen durch Platzmangel in dem Raum unter dem Schulterdach (sog. subacromiales Impingement). Dieses Engpasssyndrom entsteht meist aufgrund eines durch Haltungsschäden geförderten, fehlkoordinierten Bewegungsablaufs zwischen Schulterblatt und Oberarm beim Bewegen der Schulter. Es kann durch eine anatomisch ungünstige Form des Schulterdaches (Acromion) noch verstärkt werden.
  • Verletzungen und Unfälle, etwa ein Sturz auf den Arm oder Schulter.

Symptome:

  • Belastungs- und positionsabhängige Schmerzen beim seitlichen Anheben des Armes (Abduktion) gegen Widerstand.
  • Nachtschmerz

Diagnose:

  • Anamnese mit Funktions- und Provokationstests durch Arzt oder Physiotherapeut
  • Ultraschall
  • MRT: mit oder ohne Kontrastmittel

Therapie:

  • konservativ: Medikamente gegen Schmerz und Entzündung und physiotherapeutische Maßnahmen (Schulterblattstabilisierung und Oberarmkopf-Zentrierung)
  • operativ: Typische Operation ist die Naht der Rotatorenmanschette. Danach muss unbedingt sobald wie möglich mit gezielter Physiotherapie begonnen werden um Kraft und Beweglichkeit der Schultermuskeln bzw. des Schultergelenks wieder aufzubauen.

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Letzte Aktualisierung: 28. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Schienbeinkantensyndrom (Shin Splint)

Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin. Das Schienbeinkantensyndrom (auch Shin Splints, mediales tibiales Stress-Syndrom oder Periostitis) ist wahrscheinlich ein Vorläuferstadium einer Stressreaktion oder Stressfraktur der Tibia (Schienbein). Oft kommt es auch zu einer Ansatzreizung der Schienbeinmuskulatur (Muskulus tibialis posterior und Muskulus soleus) durch Überbeanspruchung.

Symptome:

  • Diffuse Druckempfindlichkeit in der unteren Knochenhälfte der Tibia
  • Teilweise sicht- und tastbare Schwellungen
  • Oft können Unregelmäßigkeiten entlang der Tibiakante gespürt werden
  • Meistens muß das Laufen unterbrochen werden. In Ruhe klingt der Schmerz ab, tritt aber bei erneuter Belastung wieder auf, wenn das Sprunggelenk oder die Zehen plantarflektiert werden (beim Abrollen)

Ursachen:

  • Wechseln des Bodenbelages
  • Intensive Steigerung des Trainingsbelastung
  • Falsche oder abgetragene Schuhe
  • Häufiges Springen und Landen
  • Läufer mit vermehrter Pronation (Plattfuß), hauptsächlich den Vorfuß belasten oder mit Spikes laufen erleiden häufig ein Schienbeinkantensyndrom

Therapie:

  • Trainingsunterbrechung und Ersatz durch Ergometertraining und Schwimmen. Fersenbelastung beim Radfahren vermeiden.
  • FDM
  • Kinesiotape
  • Fußgewölbetraining
  • Dehnung der Wadenmuskulatur, später Kräftigung als Prophylaxe

Wenn Schmerzen trotz konservativer Therapie weiterbestehen, sollte ein Kompartmentsyndrom und eine Streßfraktur ärztlich abgeklärt werden.

 

 

 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 07. Juni 2017.
Autor: Jakob Eschwé,

Schleudertrauma

Die Bezeichnung „Schleudertrauma“ (engl. whiplash injury) ist ein Sammelbegriff für alle Verletzungen, die durch ruckartige Beschleunigungen des Kopfes gegenüber dem Rumpf entstehen. Ein typisches Beispiel sind Auffahrunfälle im Straßenverkehr. Dabei wird der Kopf ähnlich einer Peitschenbewegung (engl. whiplash) nach vorne beschleunigt, um dann ruckartig zurückzuschlagen. Beim Schleudertrauma kommt es durch die ruckartige Belastung zu einer Schädigung von Weichteilgewebe im Bereich der Halswirbelsäule. Die Stabilität des verletzten Bereichs nimmt ab, es entsteht eine strukturelle Hypermobilität. Der Körper beantwortet die Verletzung mit einer reflektorischen Tonuserhöhung der langen Hals- und Nackenmuskeln, was zu einer tonischen Hypomobilität führt. Der reflektorische Hypertonus ist eine physiologische Reaktion mit dem Ziel, die Heilung der verletzten Strukturen (v.a. Bänder, Kapseln und Muskeln) zu fördern.

Diagnose:

  • Röntgen
  • MRT
  • Klinische Anamnese

Ärztliche Therapie:

Bei geringer Ausprägung werden Muskelrelaxantien und Analgetika gegen die akuten Schmerzen verordnet bzw. die Halswirbelsäule vorübergehend ruhiggestellt. Bei schwereren Schleudertraumen wird intensiver ruhiggestellt, wobei nicht auf die frühe Mobilisation vergessen werden darf, welche die Heilung fördert und Schmerzen reduziert. Weiters hilft die Mobilisierung Schonhaltungen zu vermeiden.

Physiotherapie:

  • Manuelle Lymhdrainage: fördert die Ödemresorption
  • Stabilisationsübungen
  • Detonisierende Maßnahmen und Muskeldehnungen
  • Haltungsschulung
  • Entlastungsstellungen
  • Durchblutungsfördernde Maßnahmen
  • Faszientechniken (FDM)

 

 

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Letzte Aktualisierung: 29. März 2017.
Autor: Jakob Eschwé,

Schulterluxation

Das Schultergelenk ist das Gelenk, das am häufigsten luxiert (50% aller Luxationen). Bei mehr als 90% aller Luxationen luxiert der Oberarmkopf in ventrokaudaler Richtung (nach vorne/unten). Die Gelenkskapsel hat in diesem Bereich eine Schwachstelle. Typische Verletzungsmechanismen sind Stürze auf den abduzierten und außenrotierten Arm oder Gewalteinwirkung bei einer Wurfbewegung (z.B. Handball).

Ursachen:

  • Fehlstellungen der Gelenkpfanne oder des Oberarmkopfes
  • Schwäche der Kapsel und der Muskulatur
  • Dysplasien (Fehlbildungen der knöchernen Strukturen)

Luxiert das Schultergelenk ohne adäquates Trauma spricht man von einer habituellen Luxation.

Begleitverletzungen und Komplikationen:

  • Schädigung des Pfannenrandes mit Labrumläsion (Bankart-Läsion)
  • Läsionen der Rotatorenmanschette
  • Impressionen oder Frakturen am Rand des Oberarmkopfes (Hill-Sachs-Läsion)
  • Schädigung des N.axillaris und des Plexus brachialis

Ärztliche Therapie:

Konnten knöcherne Begleitverletzungen ausgeschlossen werden, wird die Schulter unter medikamentöser Analgesie reponiert (eingerenkt). Nach der Reposition wird der Arm mittels eines Gilchrist-Verband für ca. 3 Wochen in Abduktion und Innenrotation ruhiggestellt. Eine operative Behandlung ist indiziert, wenn nach einer traumatischen Luxation Begleitverletzungen vorliegen und wenn nach mehrfachen Rezidiven das Schultergelenk operativ stabilisiert werden muss.

Physiotherapie:

Wichtigstes Ziel der Physiotherapie ist die muskuläre Stabilisation des Schultergelenks. Um dies zu erreichen, ist eine Kräftigung der gesamten Schultermuskulatur notwendig. Bevor mit entsprechenden Kräftigungsübungen begonnen werden kann, muss gewährleistet sein, dass die Koordination zwischen der Rotatorenmanschette und den großen Schultergelnksmuskeln funktioniert. Zuerst muss der Oberarmkopf zentriert werden, dann kann der Arm bewegt werden.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Seitenbandriss

Im Knie gibt es mehrere Bänder, die das Kniegelenk stabilisieren. Das Außenband (Ligamentum collaterale laterale) und das Innenband (Ligamentum collaterale mediale) begrenzen das Kniegelenk und die Gelenkkapsel an den Seiten und stabilisieren das Knie im gestreckten Zustand, während sie bei gebeugtem Knie gelockert sind.

Definition:

Ein Seitenbandriss des Ligamentum collaterale mediale im Knie wird durch Kräfte verursacht, die den Unterschenkel bei gestreckten Bein nach außen drücken (X-Bein Stellung), z.B. beim Fußball oder Skifahren. Wenn das Knie auch noch verdreht wird, kann es auch zu Verletzungen der Kreuzbänder und der Menisken kommen. Diese Verletzungskombination wird „Unhappy Triad“ genannt. Dies wäre eine absolute Operationsindikation.

Das äußere Seitenband reißt, wenn der Unterschenkel nach innen verdreht wird. Diese Verletzung ist aber wesentlich seltener.

Diagnose:

  • Aufklappbarkeit des Kniegelenks nach innen oder außen
  • Instabilitätsgefühl
  • Schwellung
  • Schmerz
  • ev. Gelenkserguß
  • MRT (Magnetresonanztomographie) um Begleitverletzungen zu diagnostizieren

Therapie:

Ein isolierter Seitenbandriss muß nicht operiert werden. Das Kniegelenk wird für 6 Wochen mit einer Schiene ruhiggestellt, wobei die Beugung jeweils nach 2 Wochen um 30 Grad gesteigert wird. In dieser Zeit ist Vollbelastung möglich.

Ist das Seitenband aus dem Knochen ausgerissen, muß es operativ fixiert werden. Bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes und/oder der Menisken ist ebenfalls eine Operation indiziert.

 

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Letzte Aktualisierung: 14. März 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

Skoliose

Bei der Skoliose handelt es sich um eine dreidimensionale Fehlstellung der Wirbelsäule, die durch eine Verdrehung der Wirbelkörper um ihre Längsachse und eine gleichzeitige seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule gekennzeichnet ist.

Ursachen:

Lässt sich die Skoliose auf eine nachweisbare Ursache zurückführen, spricht man von einer „sekundären Skoliose“. Die häufigsten Auslöser sind:

  • angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule
  • Muskelerkrankungen
  • Störungen/Erkrankungen der Nerven
  • Systemerkrankungen
  • Gestörte Statik (Beinlängendifferenz, Beckenschiefstand)
  • Unfall

Die häufigste Form ist aber die idiopathische Skoliose, bei der die Ursache unbekannt ist. Diese entwickelt sich im Kindes- und Jugendalter und kann sich in Phasen starken Längenwachstum verstärken. Auch die erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen.

Symptome:

Ob eine Skoliose Symptome verursacht, hängt davon ab wie ausgeprägt die Verkrümmung ist. Kinder und Jugendliche mit einer idiopathischen Skoliose, haben in der Regel keine Schmerzen. Stärkere Verformungen werden aber meist äußerlich sichtbar, wie z.B. ein Schiefstand der Schulter, oder das Hervorstehen eines Schulterblattes.

Bei fortgeschrittener Skoliose ist es auch möglich, dass die Funktion von lebenswichtigen Organen wie Herz und Lunge gestört ist.

Diagnose:

  • Anamnese
  • Röntgen in 2 Ebenen
  • Winkelmessung nach Cobb
  • Bei sekundären Formen: MRT

Therapie:

Die therapeutische Intervention hängt von Ursache und Ausmaß der Wirbelsäulenfehlstellung  sowie dem Alter des Betroffenen ab. Leichte Skoliosen werden im Kindesalter mit Physiotherapie, im speziellen mit der Skoliosetherapie nach Katharina Schroth behandelt, die mittels gezielter Übungen das Aufrichten der Wirbelsäule fördern und die Muskeln kräftigen, welche die Wirbelsäule stabilisieren. Wirbelsäulenverkrümmungen über 20 Grad Cobb´scher Winkel werden mittels Korsett behandelt.

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Letzte Aktualisierung: 10. September 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

SLAP-Läsion

Da die knöcherne Gelenkpfanne an der Schulter im Vergleich zum Oberarmkopf sehr klein ist, kommt es nur unzureichend zur knöchernen Stabilisierung des Schultergelenks. Um eine Luxation zu verhindern, befindet sich um die ganze knöcherne Pfanne herum eine Gelenklippe, auch Labrum genannt. Das Labrum vergrößert die Pfanne und erlauf aufgrund ihrer Flexibilität dem Oberarmkopf trotzdem einen hohen Bewegungsspielraum.

Im oberen Ausläufer dieser Gelenklippe ist die Sehne des langen Bizepsmuskels befestigt. Schäden am Labrum-Bizepssehnen Komplex werden als SLAP-Läsionen bezeichnet. SLAP = Superior Labrum Anterior to Posterior

Ursachen:

SLAP-Läsionen können durch verschiedene Unfallereignisse aber auch durch Überlastungen ausgelöst werden. Plötzlich und unerwarteter Zug oder Druck auf die bereits vorgespannt Sehne wie bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm oder das plötzliche Heben einer schweren Last, bei dem die lange Bizepssehne so stark angespannt wird, dass sie mit der Gelenklippe vom Knochen abreißt.

Als weitere Ursache wird eine mikrotraumatische Schädigung angesehen, wie z.B. bei häufigen extremen Wurfbewegungen im Baseball, Handball oder Speerwurf.

Diagnose:

  • Anamnese, klinische Tests und Untersuchung
  • MRT
  • Ultraschall

Symptome:

  • Brennende Schmerzen in der Schulter
  • Bewegungseinschränkungen
  • Instabilitätsgefühl

Therapie:

Je nach Grad der SLAP-Läsion ist die operative Behandlungsmethode oftmals das einzige therapeutische Vorgehen. Danach wird sofort mit einer intensiven Physiotherapie die volle Beweglichkeit und Belastbarkeit der Schulter hergestellt.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Stressfraktur (Ermüdungsbruch)

Beim Ermüdungsbruch (Synonym: Marschfraktur, Stressfraktur) führt eine zu starke Belastung des Knochens zu einem Bruch im Mittelfuß, dem Ort der stärksten Druckaufnahme beim Gehen oder Laufen. Häufigster Ort für Stressfrakturen ist der Mittelfuß, insbesondere im Metatarsale II bei ungewohnter oder übermäßiger Geh- oder Laufbelastung. Bei Joggern kommen Ermüdungsbrüche auch im Bereich des Wadenbeins (Fibula) vor, bei Spitzensportlern auch im Schienbein (Tibia).

Symptome:

  • Schmerzen und Schwellung im betroffenen Bereich
  • Eingeschränkte Belastungsfähigkeit bzw. Belastungsunfähigkeit bei Ermüdungsbrüchen im Fuß oder Bein

Ursache:

Durch einen zu starken Belastungsaufbau oder eine zu starke Belastung kann der Körper seine physiologischen Anpassungsvorgänge in der Knochenstruktur nicht zeitgerecht durchführen und es kommt zu Brüchen im Knochen.

Diagnose:

  • Anamnese: z.B. veränderte Belastung durch Einlage oder anderes Schuhwerk
  • Druckschmerzhaftigkeit, lokale Schwellung
  • Röntgen: bei nicht vorhandener Verschiebung der Fraktur in den ersten Tagen noch keine Diagnose möglich. Erst mit einer Verzögerung von 3-4 Wochen durch die Entkalkung im Frakturbereich sichtbar.
  • Kernspintomographie: frühere Diagnose möglich

Therapie:

  • Sofortige Entlastung bei Verdachtsdiagnose (Vorfußentlastungsschuh)
  • Abschwellende Maßnahmen (Lymphdrainage)
  • Kinesiotape (Lymphtape)
  • Schmerzmittel bei entsprechender Schmerzsymptomatik

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Subacromiales Impingement

Definition:

Beim subacromialen Impingement (Engpasssyndrom) kommt es zu einer schmerzhaften Einklemmung der Weichteile unter dem Schulterdach (Acromion) während der Bewegung. Folgende Strukturen können betroffen sein: Supraspinatussehne, Infraspinatussehne, Ansatz des M.suscapularis, lange Bizepssehne, Bursa subacromiodeltoidea, kapsuläre Anteile oder der Humeruskopf selbst.

Hauptsymptom: Painful Arc

Das seitliche Heben des Armes (Abduktion) führt zu Schmerzen, meist in einem Bereich zwischen 60 und 120 Grad. Bei Weiterführung der Bewegung verschwinden die Schmerzen wieder, da die zuvor im subacromialen Raum komprimierten Strukturen wieder frei kommen. Häufig schmerzen auch Rotationen in der Schulter, wenn die eigeklemmten Strukturen die Rotatorenmanschette betreffen.

Mögliche Ursachen:

Die Ursachen sind meist multifaktoriell, so können einerseits Schulterinstabilitäten sowie Bewegungseinschränkungen der Schulter zu einem Impingement führen. Es gibt angeborene Ursachen und Faktoren, die sich erst durch degenerative Prozesse, Unfälle oder eine schlechte Haltung entwickeln. Eine wesentliche Rolle in der Entstehung eines Impingements spielt auch die Beweglichkeit des Schulterblattes (Scapula):

  1. Anatomisch: Acromionform (angeborene Hakenform)
  2. Biomechanisch: gestörtes Gleitverhalten des Schulterblattes durch unphysiologische Muskelaktivitäten (M.Serratus, Rotatorenmanschette)
  3. Degenerativ: Kalkeinlagerungen in den Sehnen, degenerative Spornbildung (Osteophyten) am Schulterdach (Acromion)
  4. Traumatisch: Sehnenrupturen, Schwellungen

Ärztliche Therapie:

Zur symptomatischen Akutbehandlung gibt es entzündungshemmende Schmerzmittel und Infiltrationen. Vorsicht ist geboten bei wiederholten Cortisoninfiltrationen, da diese langfristig die Sehnen spröde und porös machen.
Operativ kann eine subacromiale Dekompression oder eine Sehnenrefixation nötig sein.

Physiotherapie:

Aufgabe der Physiotherapie ist es durch eine ausführliche Befundung die genaue Ursache zu erkennen, um die Therapie an der richtigen Problematik anzusetzen. So helfen Schultermobilisationen bei Bewegungseinschränkungen den Bewegungsablauf zu ökonomisieren. Muskuläre Dysbalancen werden durch ausgleichende Mobilisationstechniken behandelt. Bei Schulterinstabilitäten gilt es das Gelenk muskulär zu stabilisieren. Es ist wichtig, die Komplexität des Schultergelenks im Auge zu behalten und die Muskulatur nicht einseitig sondern ausgeglichen zu trainieren. Dabei spielt meist das Training der Rotatorenmanschette eine führende Rolle.

So können Sie den Heilungsverlauf unterstützen:

Das Schultergelenk ist ein Kugelgelenk mit einem hohen Bewegungsausmaß, das hauptsächlich muskulär gesichert ist. Für einen optimalen Heilungsverlauf ist eine aktive Mitarbeit des Patienten entscheidend. Bei schmerzhaften Schultern empfiehlt es sich, viele kleine Trainingseinheiten über den Tag zu verteilen.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Supinationstrauma

Das Supinationstrauma gehört zu den häufigsten Sportverletzungen und führt durch Heben des inneren Fußrandes (Supination) in Kombination mit einer Plantarflexion („Umknicken“, „Umknöcheln“) zu einer Überlastung des äußeren Kapsel-Bandapparates des Sprunggelenks. Bei sehr schweren Traumen kann auch ein Knochenmarködem oder ein Knorpelschaden (bei wiederholten Verletzungen) sowie eine Verletzung der Syndesmose (Bandverbindung vom Schien- und Wadenbein) auftreten. Weiters ist oft auch die Muskulatur (M.peroneus) betroffen! Die Folge ist eine schlechte Funktion, Reaktion und Abschwächung dieses Muskels, was wiederum zur Unsicherheit beim Gehen und zu einem erhöhten Risiko einer neuen Verletzung führt.

Erste Hilfe:

Unmittelbar nach der Verletzung sollte die betroffene Extremität gekühlt werden, um die Schwellung bzw. den Bluterguß möglichst gering zu halten. Danach empfiehlt es sich ein Unfallkrankenhaus aufzusuchen, um eine mögliche Fraktur mittels eines Röntgens auszuschließen. Das heute zwar nur noch selten angewendete Belastungsröntgen sollte jedoch unbedingt verweigert werden, da dadurch keine weitere Behandlungskonsequenz entsteht und das betroffene Gelenk nur noch weiter traumatisiert wird.
Wenn die Beschwerden länger als 8 Wochen anhalten, sollte man mittels MRT den Zustand von Knochen (Ödem?), Knorpel und Syndesmose abklären.

Ärztliche Maßnahmen:

Schiene oder besser Tape, Bandage (push brace), Kühlung (Achtung: Gewebe nicht erfrieren!), Hochlagerung, Schonung, bei Bedarf Krücken und Schmerzmittel.

Physiotherapie:

Die therapeutische Intervention stellt die ursprüngliche Belastbarkeit des Sprunggelenks durch verschiedene Maßnahmen wieder her: Lymphdrainage, Manuelle Mobilisation, Behandlung der umgebenden Muskulatur z.B. mit dem Fasziendistorsionsmodell (FDM).

Übungen:

Durch Kräftigung und koordinative Übungen werden Funktion und Reaktion wiederhergestellt.

Prognose:

Bei entsprechend konsequenter Therapie und regelmäßig durchgeführten Übungen kann nach 3-6 Wochen wieder mit einer schmerzfreien Belastung gerechnet werden. Allerdings kann dies bei komplexen Verletzungen bis zu einem halben Jahr dauern.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Tendopathien am Ellenbogen (Epicondylitis)

Definition:

Bei Tendopathien am Ellbogen handelt es sich um schmerzhafte Reizzustände der Sehnen, die am Ellbogen ansetzen: Tennisellbogen (Epicondylitis radialis, wenn die Streckmuskulatur) oder Golferellbogen (Epiconylitis ulnaris, wenn die Beugemuskulatur) betroffen ist.

Mögliche Ursache:

Die häufigsten Ursachen für Tendopathien der Sehnen am Ellbogen sind mechanische Überlastungen, auf Grund von langen einseitigen Beanspruchungen, z.B. bei Tastatur-/Mausbenutzung, oftmaligen wiederholen ähnlicher Züge beim Sportklettern oder ständiges Ausführen der Schlagbewegung beim Tennis.

Symptome:

Druckschmerzen auf der äußeren (Tennisellbogen) oder inneren (Golferellbogen) Ellbogenseite.

Erste Hilfe:

Reduzieren der Belastung! Kühlende Umschläge im Wechsel mit schmerzfreier Mobilisierung. Entlastung des schmerzhaften Areals mittels Kinesiotape.

Ärztliche Hilfe:

Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Vorsicht bei wiederholter Cortisoninfiltration, da diese langfristig die Sehnen poröser machen!

Physiotherapie:

Zu Beginn erfolgt eine genaue Arbeits-/Sportanalyse, um die überlastende Tätigkeit festzustellen und dem Patienten eine alternative Bewegung anbieten zu können. Anschließend folgen v.a. durchblutungsfördernde Maßnahmen, um eine optimale Wundheilung zu gewährleisten – Faszientechniken, Friktionen, Funktionsmassagen, schmerzfreies Dehnen der betroffenen Muskulatur oder Ultraschall.

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Letzte Aktualisierung: 28. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Thoracic Outlet Syndrom (TOS)

Das Thoracic-outlet-Syndrom (TOS) ist ein Engpasssyndrom der oberen Thoraxapertur bzw. ein Schultergürtel-Kompressionssyndrom. Bei dieser Erkrankung liegt eine zeitweise oder ständige Kompression eines Gefäßnervenbündels, bestehend aus Plexus brachialis, der Arteria subclavia und der Vena subclavia vor. Dieses Gefäßnervenbündel verläuft vom Hals aus in Richtung oberer Extremität und muss dabei drei Engstellen überwinden:

  • die vordere bzw. hintere Skalenuslücke
  • den Kostoklavikularraum (Raum zwischen erster Rippe und Schlüsselbein)
  • den Korakopektoralraum (Raum zwischen Processus coracoideus und Musculus pectoralis minor)

Entstehung:

Das TOS manifestiert sich statistisch gesehen meist zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr wobei doppelt so viele Männer wie Frauen betroffen sind. Gefährdende Tätigkeiten sind, wie z. B. Gewichtheben, Automechaniker, Über-Kopf-Arbeiter.

Symptome:

  • Schulterschmerzen (v. a. bei aktiver und passiver Bewegung)  und Schmerzen an Ober-/Unterarm und Hand (v. a. an Innenseite bzw. Ulnarseite)
  • Gefühlsstörungen in Bereichen betroffener Armnerven (v. a. des N. ulnaris)
  • schwache oder fehlende Armpulse
  • Ödeme des Armes infolge venöser Abflussstörung
  • blaulivide Hautverfärbungen am Arm infolge des venösen Rückstaus

Diagnostik:

  • Klinische Test durch Arzt oder Physiotherapeut
  • Röntgen, MRT des Thorax und der HWS Doppler- bzw. Duplex-sonographie der Venen und Arterien
  • Elektroneuronographie (ENG) mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten (NLG), v. a. des N. ulnaris

Konservative Therapie:

  • Physikalische Maßnahmen bestehend aus lokaler Wärmeanwendung, Lockerungsmassagen, Triggerpunktbehandlung, krankengymnastische Übungen, FDM, manueller Therapie etc.
  • Bei Lymphödemen: physiotherapeutische Entstauungsbehandlung durch Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainage.
  • Antientzündliche Medikation

Operative Therapie:

Bei ausgeprägter Symptomatik wird die Beseitigung der Engstelle angestrebt, beispielsweise die Entfernung einer vorhandenen Halsrippe oder der ersten Rippe beim Skalenussyndrom. Der Operation schließen sich ebenfalls physiotherapeutische Maßnahmen an.

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Letzte Aktualisierung: 27. August 2016.
Autor: Jakob Eschwé,

Wirbelgleiten (Listhese)

Definition:

Wirbelgleiten bedeutet das Abgleiten und Verkippen eines Wirbelkörpers nach vorne (ventral). Gleitet ein Wirbel nach hinten (dorsal), so bezeichnet man das als Retrolisthese. Es gibt (je nach Stärke) 4 Grade der Ventralverschiebung.

 

Ursachen:

  1. Spondylolyse (=Spalt- oder Rißbildung im Wirbelbogen): angeboren, degenerativ oder posttraumatisch
  2. anlagebedingte Fehlstellung der Gelenksflächen
  3. angeboren: z.B. schlecht ausgebildetes Os sacrum (Kreuzbein)
  4. degenerativ
  5. Sport: bei Sportarten mit zyklischen, reklinierenden Bewegungen (Turnen, Speerwerfen)

Die Sponylolyse bewirkt eine vermehrte Mobilität. Durch die veränderte Biomechanik kommt es zu einem asymmetrischen Wachstum von Grund- und Deckplatten des Wirbels und somit zu einer Verkippung. Meistens davon betroffen sind die Segmente L4/L5 und L5/S1.

 

Klinik:

Oft asymptomatisch. Eine geringgradige Sponylolisthese ist relativ häufig und ein Zufallsbefund. Oft verbunden mit tiefsitzenden Kreuzschmerzen. Bei höhergradigen Sponylolisthesen kommt es zu Hohlkreuzbildung und Hüftlendenstrecksteife. Es kommt zu einer reaktiven Beweglichkeitseinschränkung der Becken-Lendenregion im akut schmerzhaften Stadium.

 

Diagnose:

Röntgen, immer auch 45 Grad Schrägaufnahme

 

Physiotherapie:

  • Kräftigung von Bauch- und Rückenmuskulatur, insbesondere des M. transversus abdominis und der M. multifidii.
  • Dehnung von M. psoas major und M. ischiocrurales
  • Ev. Lendenstützmieder

Bei höhergradigem Wirbelgleiten sind auch operative Eingriffe möglich.

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Letzte Aktualisierung: 07. Juni 2015.
Autor: Jakob Eschwé,

 
 

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